Zur Geschichte des Black Horse Inn

1786 erbaute das Ehepaar Aichenauer im Welser Vorort Bernhardin  (auch: Bernadin) ein Haus: Bernardin 2, heute die Salzburger Straße 55. Im Jahr 1818 wurde der Bau von der Familie Praschel übernommen und war damals als „Weberhaus zu Bernhardin“ bekannt, es darf also angenommen werden, dass sich hier eine Weberei befand.

An Stelle des heutigen „Black Horse“-Gebäudes dürfte sich von (mindestens) 1443 bis 1785 das „Sondersiechenhaus St. Bernhardin“ befunden haben. In ihm wurden zuerst „Aussätzige“, später auch andere gebrechliche und kranke Menschen untergebracht.

1863 schließlich war das Ehepaar Ganglmayr als neue Besitzer eingetragen, unter Marie Ganglmayr, vermutlich deren Tochter, wird das Gebäude erstmals als Gasthaus angegeben (1890). Die Eröffnung der Dragoner Kaserne 1858 in unmittelbarer Nachbarschaft sorgte wohl für ausreichend Kunden. Da auch der später ermordete Thronfolger Franz Ferdinand hier seinen Militärdienst versah darf man annehmen, dass auch er hier mal seinen Durst löschte. Im  Jahr der Kaserneneröffnung wird das Haus von einem Herrn Thalhammer übernommen.

Zwischen 1896 und 1902 führt es ein Muckenhuber als „Mukenhubers Gasthaus“:

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Zwischen 1902 und 1909 sah das Haus gleich vier weitere Besitzer aufeinander folgen, die Herren Baumgartner, Reinegger, Zauner und Stadlbauer. Von 1909 bis 1918 war das Ehepaar Wimmer am Haus, das da den Namen „Gasthaus des Ernst Wimmer“ trug.

Ein Kuriosum des Gebäudes war die quasi in die Außenfront Richtung Salzburger Straße integrierte Kapelle. Der Welser Lokalhistoriker Rudolf Dietl mutmaßt, dass diese bereits länger bestand aber aus Pietätsgründen nicht abgerissen werden konnte und so „umbaut“ wurde. Ich nehme stark an, dass es sich hier noch um die 1459 errichtete Kapelle des „Sondersiechenhauses“ handelt. Warum die Hauskapelle dann demoliert wurde? Der Überlieferung laut Dietl weil der Innenraum immer wieder mal für die Notdurft entweiht wurde. Dass solch sündiges wie unhygienisches Treiben im heutigen Black Horse statt gefunden hat, darf man jedoch bezweifeln. Dieses Bild jedenfalls aus der Zeit des Wimmers zeigt vermutlich die Abtragung:

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Marie Karl führte das Haus bis 1938, bekannt war die Lokalität damals auch als Stammlokal der Sozialdemokratischen Partei, Sektion Bernhardin (bis zu deren Verbot 1934).

Der Übernahme des Lokals durch das Ehepaar Höller folgte bald ein schwerer Schlag: Am 25. Dezember 1944 traf und zerstörte eine Fliegerbombe den süd-westlichen Flügel des Hause, wobei auch mehrere Todesopfer zu beklagen waren. Der Pensionstrakt wurde nach dem Krieg zweistöckig wieder errichtet und so war das „Black Horse“, bzw. damals noch „Schwarzes Rössel“ im heutigen Zustand entstanden – hier ein Foto etwa von 1965:

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Dann sind wir schon fast im Jetzt, denn die Höllers blieben bis 1992, ihnen folgte die Familie Schorn, und nach einem kurzen thailändischen Gastspiel als „Goldener Wok“ ab 2007 der Roman halt mit dem „Black Horse“.

Fotos: Stadtarchiv Wels

Text: Thomas Rammerstorfer

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Ein Kommentar

  1. Das Black Horse in Wels ist definitiv mein Lieblingslokal! Zuvorkommende, sehr freundliche Bedienung, sehr gutes Essen (nicht zu vergessen die enorme Bierauswahl!!!) und vor allem die gemütliche Atmosphäre machen das Black Horse zum besten Pub weit und breit! Immer weiter so!

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